"Licht ist ein relevanter Bestandteil der Architektur"

von Christoph Jelinek

Der österreichische Architekt und Designer Stephan Vary präsentiert im Rahmen der Wiener Schmucktage sein jüngstes Projekt - die Kette BEACH BALLS, eine maßstabsverkleinerte Version eines seiner Architekturprojekte. Gemeinsam mit Modefotograf Michael Dürr zeigt er diese vom 10. – 12.11.2016 exklusiv anhand einer Fotoausstellung in der Austrian Fashion Association. Ein Gespräch mit Stephan Vary und Michael Dürr.

 

© Michael Dürr

 

Stephan, du bist Architekt und Designer. Wie ist es für Großkunden wie Dior, Armani oder Hennessy zu arbeiten?  

Stephan: Es ist immer eine Herausforderung, weil es große Brands sind. Man muss sich sehr stark in die Merkmale, die Codes und die Geschichte dieser Häuser eindenken und diese berücksichtigen.  

 

Hast du so etwas wie eine persönliche Handschrift mit Wiedererkennungswert?  

Stephan: Das kommt darauf an - arbeitet man für Kunden, steht die eigene Handschrift oft nicht im Vordergrund. Man lässt sich auf den Auftrag des Kunden ein. Ich kreiere aber immer wieder eigene Projekte, wie zum Beispiel die Kette BEACH BALLS.  

 

Der Entwurf der Kette BEACH BALLS ist eine maßstabsverkleinerte Version eines deiner Architekturprojekte. Um welches Projekt handelt es sich konkret? 

Stephan: Es geht um ein Projekt am Gelände des Millenium Towers. Da sich der Tower direkt an der Donau befindet, kam uns die Idee, das Gelände um einen City Beach zu erweitern. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Skulptur aus zwei Kugeln, die dem Gebäude einen Wiedererkennungswert geben soll. Die Komposition aus dem Tower und den Kugeln könnte ein Symbol für Wien sein. Ein weiterer Grundgedanke ist vor allem auch, moderne Architektur in Wien greifbar zu machen. 

 

© LABVERT

 

Und jetzt wurde aus dem Entwurf eine Schmuckkette. Wie kommts?  

Stephan: Wir fanden genau diesen Maßstabssprung interessant und haben uns die Frage gestellt, wie die BEACH BALLS als Schmuckobjekt aussehen würden. Klein und tragbar.

 

Du hast das Schmuckstück entworfen und Michael hat das Foto-Shooting gemacht. Wie kam es zur Zusammenarbeit von euch beiden? 

Stephan: Das ist unsere zweite Zusammenarbeit. Ich habe ihm damals von der Idee erzählt, diese Kette zu kreieren und Michael meinte, wir könnten doch wieder zusammenarbeiten. Er ist auf jeden Fall der richtige Fotograf dafür, weil er sich viel mit Licht befasst.

 

Warum spielt Licht für dieses Design-Projekt so eine wesentliche Rolle?  

Stephan: Licht ist ein relevanter Bestandteil der Architektur. Es ist das, was wir am meisten wahrnehmen. Der Einfall des Lichtes hat enormen Einfluss auf die Stimmung von Gebäuden. Die Strukturen von Gebäuden leben durch das Licht. Bei der Kette ist das genauso. Bei Lichteinfall wirft die Gitterstruktur der Anhänger filigrane Schattenmuster auf die Haut und Textilien. Im großen Maßstab wissen wir leider noch nicht wie es wirkt, weil es noch nicht gebaut wurde.  

 

Michael, du hast das Foto-Shooting übernommen. Warum hast du dafür die Villa Beer als Location gewählt?

Michael: Für mich war wichtig, dass ich Räume zur Verfügung habe, die sehr lichtdurchflutet sind. Die Villa Beer war dafür die perfekte Location. 

 

Worauf hast du bei der Auswahl des Models und der Kleidung geachtet?

Michael: Mir war wichtig, dass das Model eine sehr natürliche und sinnliche Ausstrahlung hat. Die Kleidung für das Shooting hat die Stylistin Natascha Hochenegg ausgewählt und die Kette passend in Szene gesetzt. Es hat wirklich alles sehr gut geklappt. 

 

Sehr schön. Was kann man sich als Besucher von der Ausstellung erwarten? 

Stephan: Wir zeigen dort den Zusammenhang des Architekturprojekts und des daraus resultierenden Schmuckstücks auf. Mit den Fotos bespielen wir zwei Wände, auf denen wir mit den Bildern eine Geschichte erzählen. Die BEACH BALLS werden natürlich auch zu betrachten sein. 

 

Wo kann man die Kette und die Fotos erwerben? 

Stephan: Was man jetzt sieht, ist ein Einzelstück. Auf Wunsch wird die Kette vom Wiener Traditionsjuwelier Schullin gefertigt. 

Michael: Anfragen bitte an mich. Man kann aus verschiedenen Formaten wählen. Es handelt sich aber um eine limitierte Auflage.

 

Details zur Ausstellung:

Vernissage: Donnerstag, 10.11.2016, 18:00 Uhr

Ausstellung: 10. – 12.11.2016

Öffnungszeiten: 10. – 12.11.: 10:00 – 18:00

Brunch: Samstag, 12.11.2016, 11:00

Veranstaltungsort:

Austrian Fashion Association

Lindengasse 27, 1070 Wien

 

© Michael Dürr

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